Ausgabe #35

Ausgabe35
Editorial
Die aktuelle Lirabelle ist ein Heft der Gegensätze: Auf der einen Seite haben wir überraschend viele unterhaltsame Beiträge, ja sogar Witze im Heft, auf der anderen geht es ausführlich darum, wie scheiße alles ist. Wie kommt das? Nach der letzten Lirabelle ist uns eine Rezension in die Hände gefallen: Im »Hecht«, einem Zeckenheftchen aus Mecklenburg-Vorpommern, wird die Lirabelle als »Hecht für Erwachsene« besprochen, als Magazin, das es nun schon eine ganze Weile (seit 2013) gibt, und in dem es »ausgefeiltere Analysen« zu lesen gibt. Dafür aber, so wird bemängelt, fehlen bei uns die »Quatsch-Rubriken«, die den Hecht ansprechender und lustiger machen als die Lirabelle. Wir haben uns das zu Herzen genommen und gezielt nach leichteren, amüsanteren Zuschriften gefragt, die uns dann auch erreicht haben. Danke dafür, danke auch für die ernsteren Texte über die patriarchalen Zuständen in der Linken und zu Nahost. Wir schmeißen in diese Ausgabe das alles zusammen, was vielleicht einen widersprüchlichen Gesamteindruck erzeugt: Radikal Linke kriegen es anscheinend hin, die Welt im allgemeinen und die eigene Szene im Besonderen total scheiße zu finden und trotzdem zu lachen. Was soll man auch sonst machen? Wir fragen uns, wie diese Mischung auf euch wirkt, wünschen uns aber auf jeden Fall weiterhin, dass man uns anschreibt, wenn man was zu sagen (oder zu malen) hat, das Linksradikale in Thüringen interessieren, irritieren oder amüsieren könnte. Noch etwas ist besonders an dieser Ausgabe: Als Beilage findet ihr eine ausführliche Besprechung des vergangenen Zeit-zu-Denken-Kongress in vier Teilen. Vom 10.-13. September geht der Kongress in die zweie Runde, achtet auf Ankündigungen und meldet euch an – die Plätze sind begrenzt. Die vielen und ausführlichen Zuschriften sind der Grund, wieso wir diesmal keinen Platz für Termine und Streetart haben. Und auch keine Aluhut-Chronik – aber vielleicht ist dieses Genre auch auserzählt, weil das Sich-Lustig-Machen über Schwurbler mittlerweile total im Mainstrem angekommen ist. Abschließend noch der Hinweis: Der Scheiß-Kapitalismus ist immer noch da, deswegen brauchen wir nach wie vor Kohle, um den Druck zu finanzieren. Gebt reichlich, wenn euch was dran liegt, dass linksradikale Texte, Bilder und Ideen in Thüringen auch abseits von Social Media lebendig bleiben.

Die Redaktion der Lirabelle 35

PS: Der Einsendeschluss für die kommende Ausgabe soll der 12. Juli 2026 sein

Inhalt


  • .Spezial-Beilage: „Die Lage ist so schlimm wie lange nicht mehr…“ – Vier Beiträge zum Erfurter Antifa-Kongress „Zeit zu Denken“ im Oktober 2025: Nadja Flieg (Das schlechte Gewissen, Jena), Fritzi Berger (Trans*solidarische Vernetzung, Jena), Simon Rubaschow (Club Communsim, Jena), Lisa Wowbagger (Trans*solidarischer Vernetzung, Jena)
  • Dieser Beitrag wurde in Ausgaben, General veröffentlicht. Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen. Sowohl Kommentare als auch Trackbacks sind geschlossen.